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FAQ (häufig gestellte Fragen)

Tipps zu unserem Saatgut


Grundlegende Tipps zur erfolgreichen Anzucht von Samen


Die Vermehrung aus Samen ist die interessanteste und schönste Art der Pflanzenanzucht.
Sämlinge sind sehr zart und empfindlich, es liegt im Wesen dieser Naturprodukte, daß nicht immer alles so klappt, wie man es sich wünscht oder wir es auf unseren Anzucht-Anleitungen beschreiben. Die von uns durch sorgfältige Vorauswahl und Qualitätssicherung erzielte hohe durchschnittliche Keimfähigkeit ist nicht allein für eine erfolgreiche Anzucht ausschlaggebend. Während der Anzucht der Samen und der späteren Aufzucht der Sämlinge können Probleme auftreten, denen man mit entsprechendem Wissen im Regelfall gut begegnen kann. Die folgenden Tips werden Ihnen daher in den meisten Fällen bestimmt eine wertvolle Hilfe leisten.

1)
Normale Blumenerde enthält sehr viele Düngesalze.
Die Samen können darin leicht verfaulen oder bereits gekeimte Pflänzchen gehen ein, weil die Düngesalze ihren feinen Wurzeln Schaden zufügen.
Verwenden Sie zur Anzucht bitte ausschließlich nährstoffarmes, sowie wasserdurchlässiges Substrat, z.B. spezielle Anzuchterden, wie Kokosfaser oder auch Perlite.

2)
Weichen Sie hartschalige Samen grundsätzlich vor der Aussaat in raumwarmen Wasser (ideal ist Regen- oder destilliertes Wasser) ein. Lassen Sie die Samen, je nach Spezies, für mindestens 24 Stunden vorquellen, bis diese sichtlich Wasser aufgenommen haben - erst dann wird gesät.

3)
Die Samen sollten nicht mit mehr als 1 bis 2 cm Erde bedeckt werden.
Kleine Faustregel:
Bedecken Sie die jeweiligen Samen mit Substrat in Samenstärke.
Auf sogenannte Lichtkeimer, die nicht mit Erde bedeckt werden sollten, weisen wir in unseren speziellen Anzucht-Anleitungen hin.

4)
Halten Sie das Aussaatgefäß immer gleichmäßig feucht (niemals nass!) und lassen Sie es nicht austrocknen. Verwenden Sie Regenwasser oder kalkarmes Wasser (ideal destilliert) bzw. enthärten Sie das Gießwasser (z.B. mit unserem Spezial - Anti-Kalk)

5)
Sorgen Sie für gleichmäßige und, wenn erforderlich, hohe Keimtemperaturen (22° bis 28° Celsius).

6)
Das Aussaatgefäß sollte immer wieder belüftet oder mit Belüftungslöchern versehen werden. Ideal sind Kübelpflanzendünger - Palmendünger - Bonsaidünger - Eisendünger - Mammutbaumdünger.


Pikieren - warum und wie

Sämlinge wachsen je nach Spezies mehr oder weniger schnell.
Schon bald beengen sie sich gegenseitig und wachsen zu schnell in die Höhe, um das begehrte und notwendige Licht zu erhalten. Das ist der Zeitpunkt zum 'Pikieren' (Vereinzeln, Umpflanzen). Das Herausheben der Sämlinge sollte sehr vorsichtig geschehen, damit nicht allzu viele der feinen Haarwurzeln abgerissen werden. Mit diesen Wurzeln werden Wasser und Nährstoffe aufgenommen. Im neuen Topf bzw. am neuen Standort müssen die Pflänzchen erst wieder neue Haarwurzeln bilden, um weiterwachsen zu können. Dieser Vorgang kann etwa 2 bis 3 Wochen dauern. Der eigentliche Sinn des Pikierens liegt darin, den Pflanzen mehr Abstand zueinander und den oberirdischen Pflanzenteilen mehr Platz für Ihre Entwicklung zu geben. Die Pflanzen wachsen dann gedrungener und kräftiger. Zudem verzweigt sich das Wurzelsystem stärker. Je mehr Wurzeln die Pflanze bildet, desto mehr Wasser und Nährstoffe kann sie aufnehmen, das Wachstum wird angeregt. Sehr feine Sämlinge können auch büschelweise pikiert werden. Es empfiehlt sich unbedingt, zum Umpflanzen Pikiererde zu verwenden. Sie ist nur schwach gedüngt. So werden die Wurzeln angeregt, sich stärker zu verzweigen. Die Pflanze muß viele Wurzeln bilden, um an das Wasser und die Nährstoffe zu gelangen, es entsteht ein kräftiges, gesundes Wurzelsystem. Und in den Wurzeln steckt das Leben!
Aber Achtung: Lassen Sie beim Umpflanzen Ruhe und Vorsicht walten, damit die Hauptwurzeln nicht beschädigt werden. Von solch einer Verletzung kann sich ein zarter Sämling nämlich nur sehr schwer oder gar nicht mehr erholen.
Und noch ein Tip:
Wässern Sie die Pflänzchen nach dem Pikieren gut an und schützen Sie sie vor Sonne und Zugluft, damit sie den 'Umpflanzschock' gut überstehen.


Wissenswertes zum Düngen


Die Versorgung Ihrer Pflanzen mit Nährstoffen ist enorm wichtig für eine gute Entwicklung, ein gesundes Wachstum und eine kräftige Blütenbildung.
Man unterscheidet zwischen 5 Hauptnährstoffen und Mikonährstoffen bzw. Spurenelementen.
Stickstoff (N) fördert den Aufbau von Trieben und Blättern. Er baut Eiweiß auf. Bei Stickstoffmangel werden die Blätter gelb und die Pflanze wächst nur kümmerlich.

Phosphorsäure (P2O2) sorgt für ein gutes Wurzelwachstum und fördert die Blütenbildung.

Kali (K2O) sorgt durch Zuckerbildung für feste Zellwände und erhöht somit die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, Krankheiten und Frost.

Kalk (CaO) dient zur Bodenverbesserung und neutralisiert überschüssige Säure.

Magnesium (Mg) und Eisen (Fe) sind die wichtigsten Bestandteile des Blattgrün. Durch sie kann Stärke und Zucker aufgebaut werden.

Die Mikronährstoffe bestehen aus verschiedenen Spurenelementen wie z.B. Bor, Kupfer, Mangan, Zink, u.s.w. ...
Fehlen diese Spurenelemente, dann treten schnell Mangelerscheinungen und Krankheiten auf.

Durch unsere Dünger führen Sie Ihren Pflanzen alle diese wichtigen Nährstoffe und Spurenelemente zu.


Blätter werden braun und farblos


Ihren Pflänzchen fehlen wahrscheinlich Nährstoffe.
Am besten ist in diesem Fall Eisendünger.
Falls die Pflanze noch in Anzuchterde steht, ist es wahrscheinlich Zeit zum Umtopfen, denn Anzuchterde ist nicht gedüngt. Das ist zwar gut für die Anzucht, danach jedoch brauchen die Pflänzchen Nährstoffe.


Die Anzuchterde im Gewächshaus schimmelt


Es ist nicht ausreichend, nur die Lüftungsklappen an den Zimmergewächshäusern geöffnet zu halten.
Sie sollten den Gewächshausdeckel alle 3 bis 4 Tage für eine Stunde vollständig entfernen, damit die Erde einmal 'aufatmen' kann.


Kleine Maden kommen aus der Erde und zerfressen den Samen


Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kommen die Maden nicht aus der Anzuchterde, Kokosfaser oder dem Perlit, die wir zur Anzucht empfehlen, denn diese sind fast immer vollständig frei von Schädlingen.
Wahrscheinlicher ist eine Übertragung von anderen Pflanzen in der Nähe. Eigentlich hilft hier nur eine vollständige Entsorgung und ein Neuanfang. Gelbsticker helfen übrigens nicht gegen Maden.


Kleine weiße Fliegen tummeln sich überall


Wahrscheinlich ist die Luft zu trocken.
Besprühen Sie die Pflanzen häufiger mit entkalktem Wasser (ideal Regen- oder destilliertes Wasser).
Abgestandenes Wasser ist entgegen landläufiger Annahmen nicht geeignet.
Möglicherweise sind die Fliegen auch hier von anderen Pflanzen in der Wohnung, die bereits befallen waren, 'zugewandert' und haben dort nun ebenfalls ihre Eier abgelegt.


häufige Aussaatprobleme


1)
Während der Keimzeit trocknet die Erde aus.
Die Keimlinge sterben ab.

2)
Während der Keimzeit war die Erde zu naß (Staunässe!) und ist anschließend verkrustet.
Durch den Sauerstoffmangel verfaulen die Samen.

3)
Der Samen wird nicht mit Erde bedeckt (außer es steht ausdrücklich so auf der beiliegenden Anzucht-Anleitung).
Dunkelkeimer keimen dann nicht.


häufige Jungpflanzenprobleme

1)
Die Pflänzchen müssen nach dem ersten Umpflanzen mit den Keimblättern 1 bis 2 cm über der Erde stehen.
Sind sie zu tief gesetzt, besteht die Gefahr, daß sie verfaulen, sind sie zu hoch gesetzt, können sie aufgrund der noch ungenügenden Standfestigkeit umfallen (hat nichts mit der 'Umfallkrankheit' zu tun).

2)
Jungpflanzen müssen unbedingt vor Zugluft geschützt werden.

3)
Die Freude über die ersten Sämlinge kann schnell getrübt werden, wenn diese ohne erkennbaren Grund umfallen.
Ursache sind zumeist sehr dicht gesäte Samen, deren Wurzeln sich gegenseitig behindern, später dann Bodenwärme, feuchte Erde und hohe Luftfeuchtigkeit - also all die Bedingungen, die für die Anzucht vorher so ideal waren.
Beugen Sie vor, indem Sie nach der Keimung die Erde etwas trockener halten und das Gefäß ab und zu lüften.


Die beste Jahreszeit zur Samen-Anzucht


Grundsätzlich ist die Anzucht unserer Samen-Raritäten ganzjährig möglich und sogar sehr sinnvoll. Viele Samen keimen bevorzugt während der Regenzeit in den Tropen - zu dieser Zeit ist es bei uns Winter.
Die geringeren Lichtverhältnisse im Winter führen nur zu einer etwas längeren Keimdauer, künstliches Licht ist hierbei jedoch nicht notwendig. Beachten Sie die durch die Heizung bedingte trockenere Luft in den Wintermonaten und sorgen Sie für ausreichend Feuchtigkeit durch leichtes Übersprühen oder am besten durch ein


Wie erreiche ich (vor allem im Herbst und Winter) die manchmal notwendigen Keimtemperaturen von mehr als 20° Celsius


Z.B. mit Wärmeplatten aus dem Hause Bio-Green.
Wärmeplatten sind steckerfertige Profi-Einheiten, bestens geeignet für die Samen-Anzucht. Eine besonders gleichmäßige Wärmeabgabe ermöglicht hervorragende Keimergebnisse.


Wie lange sind die Samen durchschnittlich haltbar


Ist eine fachgerechte Lagerung (von Spezies zu Spezies unterschiedlich) nicht gegeben, verlieren viele Samen schnell an Keimfähigkeit.
Wir empfehlen deshalb, die erhaltenen Samen baldmöglichst, spätestens jedoch innerhalb 6 wochen, auszusähen.
Da wir die Umstände, unter denen die Samen bei Ihnen gelagert werden, weder kontrollieren noch beeinflussen können, geben wir grundsätzlich kein Haltbarkeitsdatum an.


Meine Jungpflanze entwickelt braun gefleckte Blätter


Dies ist im Jungpflanzenstadium durchaus normal und gibt sich normalerweise im zweiten Jahr. Als vorbeugende Maßnahme weniger wässern (etwa nur alle 5 bis 7 Tage).


Die Samen keimen nicht bzw. verschimmeln


Verwenden Sie unbedingt Anzuchterde, Kokosfaser oder Perlit.
Bonsaierde, Orchideenerde, Tablettenerde zum Aufquellen etc. sind nicht für unsere Samen-Raritäten geeignet.
Die Erde nicht austrocknen lassen, aber auch nicht zu feucht halten (Staunässe unbedingt vermeiden).


Sollten alle Samen einer Tüte oder zunächst nur ein Teil ausgesät werden


Sie sollten immer alle Samen einer Tüte auf einmal aussäen. Es macht wenig Sinn, erst einmal ein wenig auszusäen und dann später nochmals den Rest.


Wann sollten die Sämlinge umgetopft bzw. getrennt werden


Wenn die Sämlinge eine Höhe von circa 6 - 10 cm erreicht haben, sollten Sie vorsichtig (zum Beispiel mit einem Pikierstab) die Erde auflockern, um die feinen Wurzeln nicht zu verletzen und die Sämlinge einzeln in etwas größere Töpfe mit normaler Blumenerde umsetzen.


Muß man zur Anzucht unbedingt Anzuchterde verwenden oder kann es auch normale Blumenerde sein


Sie sollten immer spezielle Anzuchtmedien, wie z.B. Kokosfaser oder Perlit, verwenden!
Normale Blumenerde ist gedüngt, nicht keimfrei und nicht sehr luftdurchlässig.
Entgegen der landläufigen Meinung ist Dünger für die Anzucht nur schädlich, da der Samen bereits ausreichend Dünger in seiner Schale trägt.
Die speziellen Anzuchtmedien sind ungedüngt, keimfrei und sehr luftdurchlässig.
So vermeiden Sie das gefürchtete Verschimmeln der Samen und Keimlinge. Das Umtopfen der Sämlinge in normale Blumenerde kann bei einer Höhe von 6 - 10 cm erfolgen.


Wie überwintert man Jungpflanzen


Zugfrei (nicht am geöffneten Fenster) und möglichst hell stellen.
Bei einem Standort auf einer Fensterbank über der Heizung sollten Sie die Pflanzen wegen der trockenen Heizungsluft häufiger mit Wasser (idealer Weise mit Regen- oder destilliertem Wasser) besprühen - gilt auch für ältere Pflanzen.
Ferner ist es lohnenswert, in der lichtarmen Jahreszeit sogenannte


Wann sollte man Jungpflanzen umtopfen

Sämlinge sollten ab einer Höhe von 6 - 10 cm von der Anzuchterde in normale Blumenerde umgetopft werden.
Blütenpflanzen danach einmal jährlich und Palmen alle zwei bis drei Jahre, nicht im Dezember oder Januar, sondern besser im Früjahr oder im Herbst umtopfen.


Nach dem Umpflanzen der Sämlinge von Anzuchterde in Blumenerde sind diese eingegangen. Woran kann es gelegen haben


Schwer zu beantworten.
- Vielleicht waren die Sämlinge noch zu jung
- Vielleicht wurden beim Umtopfen die noch sehr feinen Wurzeln beschädigt
- Vielleicht hatten die umgetopften Pflanzen zu wenig Wasser
Beim Umtopfen generell die Erde einmal gründlich durchwässern und danach feucht halten. Wenn die Erde an der Oberfläche antrocknet, sollte sie innerhalb der folgenden 24 Stunden gewässert werden.
Bei allen Pflanzen ist auch ein zwei- bis dreiminütiger 'Tauchgang' sehr empfehlenswert.